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Das alte Lied vom Ausverkauf!

Brings - Hay! Hay! Hay!

Im Jahr 2000 fing das Dilemma rund um die Kölner Band Brings an. Mit „Superjeilezick“ landeten die fünf Jungs um Frontmann Peter Brings, die sich bis dato als vom Fasteleer losgelöste Mundartrocker bewiesen hatten, völlig überraschend den kölschen Hit des Jahres und etablierten danach sich und Kölschrock im Allgemeinen im Bühnenprogramm des Kölner Karnevals. So ist es nicht verwunderlich, dass sie pünktlich zur neuen Session mit Hay! Hay! Hay! ein neues Album am Start haben.

Schon beim enttäuschenden Vorgänger „Sulang mer noch am Lääve sin“ zeichnete sich endgültig der Stilwechsel von kölscher Rockmusik hin zu einer Party- und Stimmungsband ab. „Hay! Hay! Hay!“ setzt dort noch einen drauf. Kaum etwas ist noch geblieben von der Band, die sich mit Alben wie „5“ oder „Knapp“ an die Seite von BAP und Wolfgang Niedecken gestellt hatte. Sozialkritische Rocksongs wie „Handvoll ze fresse“ oder „Keine Fröhling in Kalk“, mit denen Brings sich in die Herzen der Kölner Rockfans (und auch in die der auswärtigen) gespielt hatten, fehlen vollständig. Fast jeder Song wirkt wie auf Stimmung getrimmt, der alte Charme ist dem Hecheln nach Erfolg gewichen. Das alte Lied vom Ausverkauf! Zwar kann der Titelsong, ein wahrlich knackiger Rocker, der zum Mitwippen einlädt, noch überzeugen – ansonsten könnte das Album auch der Feder einer maximalst durchschnittlichen Karnevalskapelle entstammen. War die Zuneigung der Band zu Polkarhythmen bereits bekannt, so mischen hier auch noch Sirtakinummern und Schunkelsongs mit, die aber über allerhöchstens vernünftige Ansätze (”Eifel”, “Rabenschwarze Nacht”) nicht hinauskommen. Mit “Fußball ist unser Leben” kann auch ein bekannter Song nicht mehr viel im Bezug auf den Gesamteindruck retten. Im Wust dieser Partysongs versteckt sich jedoch noch eine Perle: Der ein wenig an Bob Dylan angelehnte Track „Loß dir nix jefalle“, ein Song über Erinnerungen an alte Zeiten, sticht – besonders in Sachen Authentizität - sehr positiv heraus.

Leider eine Ausnahme. „Hay! Hay! Hay!“ ist sicherlich das schwächste Brings-Album aller Zeiten und deutet auf einen endgültigen Abschied von früherer Klasse hin. Dem Fan alter Songs bleibt nur die Hoffnung, dass das Streben nach dem schnöden Mammon wieder dem musikalischen Idealismus weichen wird. Textlich wie auch musikalisch wirkt es allerdings nicht so, als sei diese berechtigt. Man sagt, die Hoffnung stirbt zuletzt, aber diesem Werk nach liegt sie bereits auf der Intensivstation.

1,5 von 5 Punkten.

Tracklist
1. Hay! Hay! Hay!, 2. Bazille, 3. Su ne Daach, 4. Rabenschwarze Nacht, 5. Fußball ist unser Leben, 6. Kumm mit, 7. Dun mer ‘ne Jefalle, 8. Riesenkamell, 9. Eifel, 10. Loß dir nix jefalle, 11. Su e Feeling, 12. Dann jon die Leechter us, 13. Unger’m Mond vun Kölle


4 Antworten zu “Das alte Lied vom Ausverkauf!”

  1. am 27.1.2007 um 20:52 Uhr Lemmy

    Interessanter Bericht! Hat mich gefreut zu lesen!

    Als BAP-Hörer habe ich die Party-orientierte aktuelle Musik der Brings nie gehört. Ein Anstoß mir nun mal die älteren Alben aus dem CD Regal meines Bruders zu holen, um mir einen Lausch zu genehmigen.

    Simon

  2. am 28.10.2009 um 19:25 Uhr kölnerbandistdoof

    dumm!!!!!!!

    was soll n das?!

  3. am 28.10.2009 um 19:29 Uhr kölnerbandistdoof

    sorry wegen denn kommi da oben!

    das war mein total bescheuerter bruder jo!

    jojojo! sorry ich hab auch ne band =))

    ich werd ihn wohl mal verprügeln müssen!!!! ;#

    dieses kommi kann gelöscht werdn! ;)

  4. am 7.8.2010 um 08:42 Uhr thurman7bc

    Stop hack the program!!!

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